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Aufgepasst: Bei Mieterhöhungen zählt tatsächliche Wohnungsgröße

Wohnungsgröße berechnen

Wer eine Wohnung vermietet, hat das Recht, die Miete innerhalb von drei Jahren um 20 Prozent, in Ballungszentren mit angespannten Wohnungsmärkten immerhin um 15 Prozent zu erhöhen. Ein wichtiger Orientierungswert, um den Mietpreis festzulegen, ist die Wohnungsgröße. Bislang war es so, dass eine Abweichung zwischen der im Mietvertrag vereinbarten Quadratmeterzahl und der tatsächlich gemessenen von bis zu zehn Prozent von den Vertragsparteien zu akzeptieren war. Lag die Abweichung darüber, war die vereinbarte Flächenangabe im Mietvertrag maßgeblich. Dies wurde jedoch vor kurzem durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs widerrufen. Von nun an gilt bei Mieterhöhungen bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete die tatsächliche Wohnungsgröße als Maßstab (Az.: VIII ZR 266/14).

Kappungsgrenze muss weiterhin beachtet werden

Diese Regelung ist in Zusammenhang mit der sogenannten Kappungsgrenze nicht unproblematisch. Im konkreten Fall hatte ein Berliner Mieter geklagt, weil seine Miete um mehr als 15 Prozent erhöht werden sollte, da die Wohnung nicht – wie im Mietvertrag vereinbart – 157 Quadratmeter, sondern insgesamt 207 Quadratmeter umfasste. Trotz dieser erheblichen Flächenabweichung konnte keine entsprechende Mieterhöhung erfolgen, da sie die Kappungsgrenze überschritten hätte, entschied das Gericht.

Praxistest zeigt Messfehler bei Berechnungen von Wohnungsflächen

Nach Schätzungen des Deutschen Mieterbundes stimmen in zwei von drei Fällen die im Mietvertrag genannten Quadratmeterzahlen nicht mit der tatsächlichen Wohnungsgröße überein. Der Eigentümerverband Haus & Grund fordert deshalb, dass bei der Angabe von Wohnflächen immer ein hinreichend großer Toleranzbereich berücksichtigt werden muss. Ein Praxistest habe gezeigt, dass Messdifferenzen mitunter gravierend sein können. Drei Experten haben eine Doppelhaushälfte und eine Altbauwohnung vermessen. Sie kamen zu drei unterschiedlichen Ergebnissen, die bis zu 16 Prozent voneinander abwichen. Die Experten hatten die Berechnungsvorgaben der Wohnflächenverordnung unterschiedlich interpretiert.

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