Trends & Tipps – Der Kapitalanleger- Blog der PATRIZIA

Darum lohnt sich der Immobilienkauf

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Es sind keine einfachen Zeiten für Menschen, die ihr Geld sicher und doch ertragreich anlegen möchten. Tagesgeldkonto? Da sind die Zinsen in den Promillebereich gefallen. Aktien? Die Experten sind sich uneinig, ob sich der Einstieg noch lohnt oder ob die Turbulenzen an den Aktienmärkten zu Beginn dieses Jahres nur der Auftakt zu einem Börsencrash waren. Anleihen? Schwierig. Denn Anleihen von soliden Staaten und Unternehmen bringen kaum noch eine nennenswerte Rendite, während hoch rentierliche Papiere eben auch hoch riskant sind. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Wer sich Gedanken über seine Geldanlage macht, kommt an der Immobilie nicht vorbei. Allerdings ist nicht zu übersehen, dass die Preise für Wohnungen vor allem in den Großstädten seit Jahren deutlich steigen. Immer wieder fragen die Medien deshalb, ob es sich eigentlich noch lohnt, in Immobilien zu investieren, oder ob womöglich eine Blase droht.

Doch Experten geben Entwarnung. „Es gibt derzeit keine Hinweise auf konkrete Immobilienblasen oder ein Ende des Aufwärtstrends“, halten die Experten von bulwiengesa fest, einem Beratungsunternehmen, das seit vielen Jahren die Preisentwicklung auf dem deutschen Immobilienmarkt analysiert. „Anleger“, stellt bulwiengesa-Vorstand Thomas Voßkamp fest, „müssen bei den derzeit niedrigen Zinserwartungen rentable Investitionsgüter finden. Und das sind Immobilien.“ Tatsächlich ist das im langjährigen Vergleich extrem niedrige Zinsniveau ein gewichtiges Argument für den Kauf einer Wohnung. „Im derzeitigen Umfeld“, betont Michael Voigtländer, Immobilienexperte beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, „ist die Wohneigentumsbildung deutlich günstiger als das Wohnen zur Miete.“ Nach Voigtländers Untersuchungen gilt das trotz der gestiegenen Preise für fast alle Landkreise und kreisfreien Städte – eben deshalb, weil Darlehen so günstig zu haben sind.

Soll man also irgendeine Wohnung kaufen und diese günstig finanzieren, und schon ist alles gut? So einfach ist es nicht. Ganz im Gegenteil: Auch wenn die Rahmenbedingungen derzeit vorteilhaft sind, sollte der kluge Kaufinteressent – ganz egal, ob er die Wohnung selbst bewohnen oder vermieten will – das ins Auge gefasste Objekt gründlich unter die Lupe nehmen. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Lage. Gewiss, in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt lässt sich momentan auch eine Wohnung an einer lauten Straße oder in einem unattraktiven Viertel problemlos vermieten. Es ist aber kein Naturgesetz, dass die Nachfrage in zehn oder zwanzig Jahren noch genau so hoch sein muss. Empfehlenswert sind deshalb Lagen, die auch dann noch gefragt sind, wenn der Boom eines Tages abflauen sollte.

Das bedeutet nicht, um jeden Preis in den angesagten Vierteln der Großstädte zu investieren. Auch in bescheideneren Stadtteilen und kleineren Städten wollen Menschen angenehm wohnen. Zudem sind in diesen „kleineren“ Städten, den sogenannten B- oder C-Städten bzw. Lagen, die Preise niedriger und die Renditen entsprechend höher. Wenn die entsprechende Region dann auch noch gute wirtschaftliche und demografische Perspektiven aufweist, sind das hervorragende Rahmenbedingungen. Stimmen muss aber auch die Qualität der Wohnung selbst. Es hilft wenig, wenn man eine günstige Wohnung kauft und dann zu einer Sonderumlage von mehreren tausend Euro verpflichtet wird, weil das Haus dringend saniert werden muss und der Instandhaltungstopf leer ist. Ohnehin sollte man sich bewusst sein, dass man als Wohnungseigentümer Teil einer Eigentümergemeinschaft ist. Deshalb sollte man unbedingt vor dem Notartermin die Seriosität der Hausverwaltung prüfen und die Protokolle der letzten Eigentümerversammlung durchgehen.

Wer mit seinem Wohneigentum glücklich werden will, achtet zudem auf eine solide Finanzierung. „Mindestens 25 Prozent der Gesamtsumme sollte man aus Eigenmitteln einbringen“, empfiehlt die Bausparkasse Schwäbisch Hall. Um sich die günstige Zinssituation auch für die Zukunft zu sichern, raten Experten darüber hinaus, einen langfristigen Darlehensvertrag mit einer Anfangstilgung von mindestens drei Prozent abzuschließen. Dann ist die Immobilie nach überschaubarer Zeit abbezahlt – und der Beweis erbracht, dass der Kauf einer Wohnung eine sinnvolle Investition ist.

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