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Eintrag im Grundbuch – Teil 2: Was passiert bei einer Scheidung?

Grundsteuererlass bei geringen Mieteinnahmen

Beim Kauf einer neuen Wohnung oder eines Hauses lassen sich die meisten Eheleute als gleichberechtigte Eigentümer ins Grundbuch eintragen. Im Falle einer Scheidung führt diese 50/50 Aufteilung jedoch schnell zu Problemen. Eine Lösungsmöglichkeit besteht darin, dass ein Ehepartner den anderen auszahlt und sich selbst als alleiniger Eigentümer ins Grundbuch eintragen lässt. Manchmal ist dies jedoch aus finanziellen Gründen nicht möglich und es hilft nur noch ein Verkauf der Immobilie.

 

Gesetzlicher Anteil durch Zugewinngemeinschaft

Aber was passiert, wenn nur ein Ehepartner im Grundbuch als Eigentümer eingetragen ist? Die meisten Ehen sind in Deutschland als Zugewinngemeinschaft deklariert. Deshalb steht auch dem nicht im Grundbuch eingetragenen Partner ein gesetzlicher Anteil an der Immobilie zu. Nachteil dabei ist, dass der eingetragene Eigentümer alleine über den Verkauf des Objekts bestimmen kann. Im Gegensatz dazu hat ein 50/50 Eintrag den Vorteil, dass keiner der beiden ehemaligen Partner über den Verkauf alleine entscheiden kann.

 

Einblick ins Grundbuch

Der neue Eigentümer wird erst durch den Eintrag ins Grundbuch festgelegt, nicht durch den Kaufvertrag. Unabhängig davon sind aber auch fehlerhafte Vermerke vorerst gültig, zumindest bis das Gegenteil bewiesen werden kann. Gut informierte Käufer prüfen deshalb vor der Vertragsunterzeichnung, ob evtl. Belastungen und Voreintragungen tatsächlich gelöscht sind. Andernfalls sollte dies den Kaufpreis mindern. Es haben zwar nur die Eigentümer Einblick ins Grundbuch, aber im Falle eines Kaufs können auch weitere Personen, Kaufinteressenten oder Notare, Einblick nehmen.

 

Änderungen im Grundbuch erzeugen Kosten

Für jede Änderung im Grundbuch werden Gebühren fällig. Wechseln die Eigentümer beispielsweise wegen einer Anschlussfinanzierung ihre Bank, wird diese Veränderung im Grundbuch eingetragen. Denn auch die neue Bank lässt die als Sicherheit dienende Grundschuld auf den eigenen Namen umschreiben. Die Gebühren dafür belaufen sich meist auf eine niedrige dreistellige Summe. Teurer wird es nur dann, wenn die alte Grundschuld komplett gelöscht und danach ein neuer Betrag ins Grundbuch eingetragen wird. Diese Variante ist aber in der Praxis nur sehr selten notwendig.

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