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Mietminderung: Was müssen Vermieter beachten?

Wohnungsgröße berechnen

Nicht nur für Mieter ist Mietminderung ein wichtiges Thema. Auch Vermieter und Eigentümer werden in der Vermietungspraxis mit Mietminderung konfrontiert. Es ist natürlich sowohl im Interesse des Mieters also auch des Vermieters, dass die Mietsache – also die gemietete Wohnimmobilie – durch beide Parteien gepflegt wird und nutzbar bleibt.

Dennoch kann es vorkommen, dass der Wunsch auf Mietminderungen an den Vermieter herangetragen wird, wenn nach Meinung des Mieters Gründe dafür bestehen. An dieser Stelle möchten wir Vermietern ein paar Tipps und Strategien an die Seite geben.

Der erste Schritt – Mängelanspruch überprüfen

Eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass ein Anspruch auf Mietminderung besteht, ist ein Mangel, der die Wohnqualität und damit die Gebrauchstauglichkeit der Wohnung beeinträchtigt. Nachteile, die im Alltag auftreten können – beispielsweise ein zeitweiliger Stromausfall – ist somit kein Grund für eine Mietminderung. Darunter fallen auch Geräusche wie Kinderlärm und gelegentliche Feierlichkeiten bei Nachbarn sowie ortsüblicher Verkehrsgeräusche. Darüber hinaus darf der Mieter keinen Mangel als Minderungsgrund angeben, der ihm schon bei Vertragsschluss bekannt war, sowie keinen, den er selbst verursacht hat. Um dies im Zweifelsfall ausschließen zu können, sollten Vermieter bei einem Antrag auf Mietminderung zunächst den Mietvertrag prüfen, um den Istzustand der Wohnung mit dem tatsächlichen Sollzustand abzugleichen. Auch eine persönliche Begehung der Wohnung, um die angegebene Situation zu prüfen, ist zu empfehlen.

Im Fall einer Mietminderung

Besteht das Recht auf Mietminderung, müssen Vermieter und Mieter darauf achten, ob die Mängelanzeigepflicht eingehalten wurde. Diese verpflichtet den Mieter dazu, einen Mangel dem Vermieter unverzüglich zu melden, sodass der Vermieter Abhilfe schaffen kann. Wurde die Meldung versäumt, kann die Miete frühestens ab dem Zeitpunkt der Mängelanzeige gemindert werden. Die Berechnung der Minderungsquote ist dabei nicht gesetzlich geregelt. Der Mieter muss zunächst selbst nach eigenem Ermessen eine Minderungsquote nennen. Üblicherweise dient hier die sogenannte „Hamburger Tabelle“ als Orientierungshilfe. Kommt dem Vermieter die Forderungen auf Mietminderung überzogen vor, sollte er den Mangel durch einen Gutachter oder Anwalt überprüfen lassen.

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