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Mit „Wohn-Riester“ schneller in die „eigenen vier Wände“

Mit Wohnriester schneller in die eigenen vier Wände

Immobilien als Altersvorsorge werden jetzt vom Staat gefördert

Rückwirkend zum 01. Januar 2008 trat das neue „Gesetz zur verbesserten Einbeziehung der selbstgenutzten Wohnimmobilie in die geförderte Altersvorsorge“, oder kurz „Wohn-Riester“, in Kraft.

Damit hat der Gesetzgeber einen Ersatz für die ehemalige Eigenheimzulage geschaffen und fördert nun wieder den Kauf von Wohneigentum.

Mit Hilfe der neuen Riester-Förderung für selbstgenutzte Immobilien ergeben sich für Haus- und Wohnungskäufer jetzt attraktive Möglichkeiten, das neue Eigentum schneller abzuzahlen und dank Riester-Zulagen bares Geld zu sparen.

Welche Immobilien sind geeignet?

Als „riesterfähig“ gelten alle Wohnungen, Einfamilienhäuser und Genossenschaftswohnungen oder Anteile an einer eingetragenen Wohnbaugenossenschaft. Voraussetzung ist allerdings, dass die Wohnung selbst bewohnt wird und der Hauptwohnsitz des Riester-Sparers ist. Damit sind Ferienwohnungen oder Auslandsimmobilien von der Riesterförderung automatisch ausgeschlossen. Dies gilt auch für Häuser mit einer Einliegerwohnung oder Mehrfamilienhäuser, die ebenfalls nicht bezuschusst werden.

Attraktive Zuschüsse vom Staat

Der Staat zahlt jedem Empfänger der Wohn-Riester-Förderung einen Zuschuss von 154 Euro pro Jahr – Ehepaare erhalten den doppelten Satz – und 185 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind. Sind die Kinder 2008 oder später geboren, erhöht sich die Zulage auf 300 Euro pro Kind. Die vollen Zulagen erhalten Sparer dann, wenn Sie jährlich mindestens vier Prozent ihres Bruttoeinkommens – jedoch maximal 2100 Euro – für die Tilgung einsetzen.

Mit speziellen Riester-Bausparverträgen schneller schuldenfrei

Die ersten Produkte gibt es bereits, es ist jedoch damit zu rechnen, dass bis Ende des Jahres von den Bausparkassen noch viele weitere Angebote und Produktvarianten auf dem Markt kommen werden. Die Stiftung Warentest hat in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (Februar 2009) bereits die ersten Anbieter unter die Lupe genommen und erhebliche Sparpotenziale für die Verbraucher errechnet. Ergebnis: Mit Hilfe der Wohn-Riester-Förderung und den darauf abgestimmten neuen Bausparverträgen kann eine Immobilie wesentlich schneller abbezahlt werden. Die Käufer sparen somit bares Geld und wohnen erheblich früher im schuldenfreien Wohneigentum.

Alte Riester-Verträge als Eigenkapital nutzen

Auch die Guthaben bereits bestehender Riester-Verträge können als Eigenkapital zur Finanzierung einer Wohnimmobilie genutzt werden. Bis Ende 2009 gilt hierfür allerdings die Bedingung, dass auf dem Riester-Konto bereits 10.000 Euro eingezahlt wurden.

Nachgelagerte Besteuerung

Doch so verlockend die neue Wohnbauförderung auch klingt, die Wohn-Riester-Zulagen sind kein reines Geschenk des Staates. Denn ab dem Rentenalter beginnt die nachgelagerte Besteuerung der Eigenheimrente. Dazu werden die Zulagen und die Tilgungsbeträge des Immobilienbesitzers auf einem sogenannten Wohnförderkonto eingetragen und mit jährlich zwei Prozent verzinst. Ab dem Rentenbeginn wird die Fördersumme mit dem persönlichen Steuersatz bis zum 85. Lebensjahr versteuert. Alternativ kann der Eigentümer die gesamte Summe mit einer Einmalzahlung versteuern und erhält in diesem Fall einen Abschlag von 30 Prozent.

Lohnt sich Wohn-Riester trotz Besteuerung?

Aufgrund der nachgelagerten Besteuerung waren in manchen Medien anfangs negative Beurteilungen über die neue Wohnbauförderung zu lesen. Mittlerweile ist jedoch klar, dass das Wohn-Riester-Gesetz allen Zielgruppen Vorteile bringt. Je nach Alter, Einkommen und Kinderzahl gestaffelt erhalten Wohneigentumkäufer zwar unterschiedlich hohe Fördersätze, aber unter dem Strich landet jeder im Plus.

Was tun bei Verkauf oder Vermietung während der Laufzeit?

Zieht ein Eigentümer aus seiner Immobilie vor Ablauf seines Riesterdarlehens aus und verkauft oder vermietet sie, muss das Wohnförderkonto vorzeitig versteuert werden. Es sei denn, er kauft innerhalb von vier Jahren erneut eine Immobilie zur Selbstnutzung. Um die Zuschüsse nicht zu verlieren, können alternativ dazu die geförderten Beiträge auch innerhalb eines Jahres wieder in einen Riester-Vertrag eingezahlt werden. Wer beruflich vorübergehend umziehen muss und deshalb sein Haus oder die Wohnung nur kurzzeitig vermietet, ist von dieser Regelung allerdings ausgenommen.

Sorgfältige Planung und Beratung ist wichtig

Ein Immobilienkauf ist in der Regel eine langfristige Entscheidung. Deshalb sollte man sich vor der Unterschrift unter einen Kauf-, Darlehens- oder Bausparvertrag unbedingt qualifiziert beraten lassen. Neben Banken und Bausparkassen bieten vor allem Verbraucherzentralen in den einzelnen Bundesländern sowie auch Bauträger und Immobilienunternehmen eine von Finanzprodukten unabhängige Beratung an.

Link-Tipps fürs Internet

Ausführliche Informationen zum Thema „Wohn-Riester“ finden Sie schnell und übersichtlich auch im Internet. Wir haben für Sie recherchiert und einige der wichtigsten Quellen zusammengestellt.

www.bundesfinanzministerium.de

www.test.de

www.verbraucherzentrale.de

www.altersvorsorge-macht-schule.de

www.renten-fakten.de

www.immowelt.de

www.immobilienscout24.de

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