Trends & Tipps – Der Kapitalanleger- Blog der PATRIZIA

Neues Bauvertragsrecht ab 2018: Mehr Sicherheit für Bauherren

Architektur-Collage

 

Ab dem 1. Januar 2018 erhalten private Bauherren beim Abschluss eines Bauvertrags mehr Sicherheiten. Durch die Änderungen im Bauvertragsrecht werden deutliche Verbesserungen im Verbraucherschutz, beispielsweise durch das 14-tägige Widerrufsrecht, erreicht. Für Verträge mit Bauträgern gelten spezielle Regelungen.

Verbindlicher Einzugstermin

Bauunternehmen müssen in Zukunft einen verbindlichen Fertigstellungstermin nennen, an dem sie die Schlüssel für das neue Zuhause übergeben. Dadurch können private Bauherren beispielsweise ihre alte Wohnung rechtzeitig kündigen, schon Monate im Voraus alle Umzugsformalitäten planen oder ein Umzugsunternehmen buchen.

Genaue Baubeschreibung vor dem Kauf

Unternehmen, die schlüsselfertig bauen, müssen den Käufern in Zukunft vor Vertragsschluss eine detaillierte Baubeschreibung aushändigen. Darin sind alle wichtigen Daten und Fakten rund um das Bauprojekt geregelt. Die Kunden gewinnen dadurch mehr Klarheit und können unterschiedliche Angebote besser miteinander vergleichen. Alle notwendigen Unterlagen zum Bauprojekt müssen offengelegt werden. So können Kunden überprüfen, ob ihre neue Immobilie den jeweils aktuellen Bauvorschriften entspricht.

Mehr Macht für Käufer

Durch die Änderungen im Bauvertragsrecht werden Baufirma und Bauherr auf die gleiche Stufe gestellt und die Position der Kunden gestärkt. Höchste Zeit, so die Meinung von Verbraucherschützern wie dem Verband privater Bauherren (VPB), denn die Branche erlebt derzeit einen regelrechten Bauboom. Von den rund 310.000 Wohnungsbaugenehmigungen im Jahr 2016 wurden etwa die Hälfte an private Bauherren vergeben. 90 Prozent von ihnen kaufen ihre Eigentumswohnung oder ihr Haus schlüsselfertig von einem Bauunternehmen.

Änderungen für Kaufverträge mit Bauträgern

Die neuen Regelungen gelten prinzipiell auch für Verträge mit Bauträgern und betreffen somit auch die Käufer von Eigentumswohnungen in Neubauten. Allerdings gibt es hier besondere Bestimmungen. Die vor Vertragsschluss übergebene Baubeschreibung wird extra notariell beurkundet und enthält einen Mindeststandard an Informationen zum Bauprojekt. Dazu gehören eine allgemeine Beschreibung des Gebäudes, alle Pläne und Grundrisse, genaue technische Angaben zum Energie-, Brandschutz- und Schallschutzstandard, eine Beschreibung der Baukonstruktion und des Innenausbaus sowie exakten Angaben zur vorgesehenen Informationstechnologie, zu den gebäudetechnischen Anlagen, den Sanitärobjekten und den vorgesehenen Außenanlagen.

 

 

 

 

Schreiben Sie einen Kommentar. Diskutieren Sie mit!