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So schützen sich Vermieter vor Mietnomaden

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Deutschland ist ein Mieterland. Das bekommen vor allem Vermieter zu spüren. Denn der Mieterschutz ist so stark ausgeprägt, dass es für sogenannte Mietnomaden genügend rechtliche Schlupflöcher gibt, Wohnraum für längere Zeit zu besetzen, ohne dass Vermieter etwas dagegen unternehmen können. Es gibt kein probates Mittel, Mietnomaden innerhalb kurzer Zeit hinauszuwerfen. Zunächst muss eine Kündigung formuliert werden, der nicht selten eine Räumungsklage folgt. Dieser Prozess kann sich lange hinziehen und hohe Kosten für Hausverwalter und Vermieter nach sich ziehen. Um dem Ärger mit Mietnomaden zu entgehen, sollten von vornherein potenzielle Mieter genauestens unter die Lupe genommen werden. Denn Prophylaxe ist auch beim Vermieten die beste Art sich zu schützen, in diesem Fall vor unbeliebten Mietern.

Tipp 1: Prüfen Sie die Bonität und Seriosität des Mietinteressenten

Um die Zahlungsfähigkeit des Mieters zu prüfen, sollten sich Vermieter zum einen die letzten drei Gehaltsnachweise zeigen lassen sowie Auskunft bei der Schufa einholen. Auch eine Mietschuldenbescheinigung trägt zur Glaubwürdigkeit des Mieters bei und gibt Aufschluss über das bisherige Zahlungsverhalten. Sollten dennoch Zweifel bestehen, lohnt sich ein Blick in einschlägige Datenbanken, beispielsweise in die Deutsche Mieter Datenbank oder bei der Vermieter-Schutzgemeinschaft.

Tipp 2: Sichern Sie sich ab

Es ist üblich, bei der Vermietung einer Wohnung eine Kaution als Mietsicherheit zu verlangen. Allerdings darf diese nicht höher als drei Monatskaltmieten sein. Außerdem muss der Mieter diese nicht auf in einem Zuge bezahlen, sondern hat bis zu drei Monate Zeit. Eine weitere Möglichkeit, sich gegen Mietausfälle abzusichern ist der Abschluss einer Mitausfallversicherung. Diese kann optional auch eine Mietnomadenversicherung einschließen, die zusätzliche Sachschäden erstattet.

Tipp 3: Der Schlüssel kommt zuletzt

Vermieter sollten den Schlüssel an den neuen Mieter nicht voreilig aushändigen. Erst wenn die Seriosität und Bonität eines neuen Mieters überprüft wurde, der Vertrag abgeschlossen ist sowie die erste Kautionsrate und erste Monatsmiete gezahlt wurde, erhält der neue Mieter die Wohnungsschlüssel.

Tipp 4: Freundlichkeit bewahren

Nicht jeder Mieter hat böse Absichten. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Interessenten deutlich machen, dass es sich bei den Maßnahmen nicht um Schikane handelt, sondern es darum geht, sich gegen Mietnomaden abzusichern. Jeder seriöse Mieter wird das verstehen.

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