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Wenn Bäume den Garten verschatten

Checkliste Wohnungskauf

Bäume sorgen häufig für Streit unter Nachbarn, sei es wegen starkem Laubfall oder störender Äste und Wurzeln. Im Sommer, wenn die Bäume belaubt sind, tritt ein weiteres Problem zutage: Die vollen Baumkronen halten oft so viel Licht ab, dass Grundstücke, Häuser und Wohnungen verschatten. Nicht selten erdulden Mieter und Eigentümer des benachbarten Grundstücks dadurch dunkle Zimmer und Gärten. Es liegt deshalb nahe, dass ein betroffener Grundstückseigentümer von seinem Nachbarn verlangt, die betreffenden Bäume zu fällen. Doch ein Baum darf nicht einfach gefällt werden. Eine Genehmigung dazu wird nur dann erteilt, wenn eine wesentliche Beeinträchtigung durch den Baum besteht. Verschattung zählt nicht als wesentliche Beeinträchtigung

Nach Paragraf 906 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) können nur sinnlich wahrnehmbare Einwirkungen wie Dämpfe, Gerüche, Wärme, Geräusche oder Erschütterungen (sogenannte Imponderabilien) vonseiten des Nachbargrundstücks gerichtlich geltend gemacht werden. Werden dagegen natürliche Vorteile wie Licht oder Sonnenschein aufgrund des Nachbarn dem eigenen Grundstück entzogen, hat eine Klage vor Gericht keinen Erfolg. Der Eigentumsfreiheit des Nachbarn wird in diesem Fall der Vorrang gewährt. Darüber hinaus fallen einige Baumarten unter die Baumschutzverordnung und dürfen daher aus ökologischen Gründen nicht beschädigt oder gefällt werden. Auch können Bäume unter Denkmalschutz stehen. Eine Fällung kann dann nur mit Zustimmung des Denkmalamtes erfolgen.

Fällung nur im Ausnahmefall möglich

Einen Anspruch auf Entfernung oder Rückschnitt des Baumes in Nachbars Garten kann ein Grundstückseigentümer aber beispielsweise dann erheben, wenn dieser sich zu nah an der Grundstücksgrenze befindet und damit die Grenzabstandsvorschriften verletzt werden. Je nach Baumart und Bundesland liegt der Mindestabstand zwischen einem und vier Metern. Jedoch müssen dabei Verjährungsfristen beachtet werden. Je nach Bundesland liegt diese Frist bei fünf oder sechs Jahren ab dem Zeitpunkt der Baumpflanzung. Zudem wird eine Genehmigung zur Entfernung des Baumes erteilt, wenn der Baum krank ist oder umzustürzen droht sowie wenn die Standfestigkeit eines Gebäudes durch das Wurzelwerk eines Baumes gefährdet ist.

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