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Brand durch Handwerker: Hauseigentümer haften für Schäden am Nachbarhaus

Brennendes Haus

Der Bundesgerichtshof hat die Frage verhandelt, wer dafür haftet, wenn bei Arbeiten auf dem eigenen Grundstück ein Brand entsteht, der auf das Nachbarhaus übergreift. Die Antwort des Gerichts fiel eindeutig aus:Verantwortlich ist der Hauseigentümer, auf dessen Grundstück der Brand entstand. Und zwar auch dann, wenn der Schaden nicht von ihm selbst, sondern von einem durch ihn beauftragten Handwerker verursacht wurde (Az. V ZR 311/16).

Im vorliegenden Fall hatte ein Dachdecker das Flachdach eines Eigenheimes repariert. Bei den Arbeiten mit einem Heißkleber verursachte der Handwerker mit seinem Brenner jedoch einen Brand, bei dem das gesamte Wohnhaus abbrannte und der auch das benachbarte Gebäude erheblich beschädigte. Die Feuerwehr konnte den Brand nicht mehr rechtzeitig löschen. Die Gebäudeversicherung des Nachbarn bezahlte zwar zunächst den Schaden, forderte jedoch die Summe vom Eigentümer des abgebrannten Hauses zurück. Im weiteren Verlauf ging die Versicherung vor Gericht und bekam vom BGH Recht.

Das Gericht beruft sich in seinem Urteil auf den Paragraph 1004 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Dieser spricht Hauseigentümern einen Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch zu, wenn ihr Eigentum beschädigt wird. Haftbar gemacht wird der sogenannte Störer, von dem die Beschädigung oder Beeinträchtigung ausgeht. Im vorliegenden Fall war dies der Hauseigentümer, der den Handwerker beauftragt hatte und von dessen Grundstück der Brand ausging, obwohl er nicht selbst schuld war.

Im Jahr 2011 verhandelte der Bundesgerichtshof einen ähnlichen Fall, bei dem durch einen Wohnungsbrand auch das Nachbarhaus beschädigt wurde (Az. V ZR 193/10). Der Brandauslöser damals war ein defektes elektronisches Gerät. Auch schon in diesem Fall wurde der Grundstückseigentümer der in Brand geratenen Wohnung für Schäden am Nachbarhaus haftbar gemacht. Das damalige Urteil weitete der BGH nun aus: Als Störer wird definiert, „wer allein durch seine Willensbetätigung das Grundstück seines Nachbarn beeinträchtige“. Der Hauseigentümer ist deshalb verantwortlich, weil er den Dachdecker beauftragt hatte.

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