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Die gewerbliche Vermietung als Instrument zur Steuerminderung

Finanzierung eines Hauses

Eine weitere Möglichkeit, die Einnahmen, die durch die Vermietung von Immobilien erwirtschaftet werden zu versteuern, ist die Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH (vGmbH). Für Personen, die eine größere Anzahl an Immobilien besitzen, kann eine solche vGmbH ein interessantes Vehikel sein, um seine Steuerlast zu mindern. Die Gründung dieser speziellen Form einer GmbH muss zwar notariell beurkundet werden und kostet somit erstmal Geld. In manchen Konstellationen kann sich dieser Aufwand allerdings rechnen.

Vermögensverwaltende GmbH mit niedrigen Steuersätzen

Bei einer normalen GmbH werden im Durchschnitt 14 Prozent Gewerbesteuer und zusätzlich 15,83 Prozent Körperschaftssteuer (inklusive Solidaritätszuschlag) erhoben. Bei einer GmbH-Form, die ausschließlich dem Zweck der Vermögensverwaltung dient und bei der die Erträge aus Vermietung und Verpachtung in der vGmbH bleiben, fällt jedoch keine Gewerbesteuer an. Sobald jedoch Gewinne entnommen werden, fallen Kapitalertragsteuern von 25 Prozent an, zu denen noch anteilige 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag hinzugerechnet werden, so dass die Gesamtbesteuerung bei mindestens 26,38 Prozent liegt (zzgl. evtl. anfallender Kirchensteuer).

Für wen sich eine vGmbH lohnt

Die vGmbH ist dann von Vorteil, wenn ein großes Immobilienvermögen vorhanden ist und ein hohes zu versteuerndes Einkommen erzielt wird. Wer die Gewinne in der vGmbH belässt, bezahlt somit eine sehr günstige Steuer von rund 16 Prozent und kann die Gewinne in weitere Immobilien investieren. Darüber hinaus kann sich der Eigentümer der vGmbH selbst als Geschäftsführer anstellen und ein Gehalt beziehen, das er mit seinem individuellen Steuersatz versteuert, das jedoch die Gewinne der vGmbH und somit deren Steuerlast mindert. Weitere Vorteile liegen in der Absetzung anfallender Kosten oder eines Dienstwagens.

Auch Aktien und andere Vermögenswerte können eingebracht werden

Neben den Immobilien können auch einige andere Vermögenswerte wie stille Gesellschafteranteile an Unternehmen oder Aktien in die vGmbH eingebracht werden. Somit können Gewinne und Verluste aus den verschiedenen Vermögenswerten gegeneinander aufgerechnet werden. Wer mit den Immobilien in der vGmbH ein Plus macht, mit Aktien dagegen ein Minus, senkt wenigstens die Steuerlast der vGmbH.

Privatvermögen schützen und gerecht vererben

Ein weiterer Vorteil einer vGmbH ist, dass sich durch sie Privatvermögen – wie zum Beispiel das selbst genutzte Einfamilienhaus – und das zu verwaltende Vermögen trennen lassen. Wenn die vGmbH Konkurs anmelden müsste, hätte das somit keine Auswirkungen auf das Privatvermögen. Darüber hinaus kann man die in einer vGmbH gebündelten Immobilienwerte in gerechten Gesellschafteranteilen an seine Kinder vererben bzw. verschenken. Bis zu einem Wert von 400.000 Euro kann man in einem Zeitraum von jeweils 10 Jahren schenkungssteuerfrei weitere Anteile an seine Kinder übertragen.

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