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Grunderwerbssteuer vermeiden oder verringern

Wohnungsgröße berechnen

Im Grunderwerbssteuergesetz (GrEStG) ist geregelt, in welchen Fällen Immobilienkäufer komplett von der Grunderwerbssteuer befreit sind. Liegt beispielsweise der Preis für ein Grundstück unter 2.500 Euro, fällt keine Grunderwerbssteuer an. Darüber hinaus fallen bei Schenkungen, Erbschaften sowie Grundstücks- und Immobilienkäufen unter Ehepartnern bzw. Verwandten ersten Grades ebenfalls keine Grunderwerbssteuern an. Doch auch in anderen Fällen gibt es Möglichkeiten, die anfallende Steuerlast wenigstens zu reduzieren.

Neubau: Getrennte Verträge für Grundstück und Bauleistung

Wer sich für einen Neubau entscheidet, sollte darauf achten, für den Grundstückskauf und die eigentliche Bauleistung zwei getrennte Verträge abzuschließen, die zeitlich auch möglichst weit auseinander liegen. Somit fällt die Grunderwerbssteuer nur auf den Grundstückspreis an und die Nebenkosten fallen entsprechend niedriger aus. Bei einem schlüsselfertigen Kauf aus einer Hand ist die Steuer auch auf die Bauleistung fällig, was die Steuersumme wesentlich erhöht. Doch auch in diesem Fall kann die Bemessungsgrundlage für die Errechnung der Steuer gesenkt werden, indem Eigenleistungen aus dem Kaufvertrag herausgerechnet werden.

Steuersenkung bei Teilgewerbenutzung und Vermietung

Wer seine neue Immobilie gleichzeitig bewohnt und sie als Arbeitsplatz nutzt, kann die Grunderwerbssteuer als Betriebsausgabe von der Steuer absetzen. Allerdings sollten dafür die privat und gewerblich genutzten Teile – auch im Kaufvertrag – getrennt ausgewiesen werden. Vermietet ein Eigentümer seine neu erworbene Immobilie, kann er die Grunderwerbssteuer als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Bestandsimmobilien: Bewegliches Zubehör herausrechnen

Auch wer eine Bestandsimmobilie kauft, kann die anfallende Grunderwerbssteuer reduzieren, indem bewegliche und unbewegliche Bestandteile einer Immobilie im Kaufvertrag getrennt ausgewiesen werden. Gegenstand der Steuer ist lediglich die Immobilie und untrennbar damit verbundenes Inventar. Auf bewegliches Inventar wie auf eine mit erworbene Einbauküche, ein Gartenhaus oder einen Kaminofen fallen keine Steuern an. Die steuerfreien Extras sollten allerdings nicht mehr als 15 Prozent des Kaufpreises betragen, andernfalls fordern die Finanzämter meist Belege für das herausgerechnete Inventar an.

Eigentumswohnungen: Instandhaltungsrücklage im Kaufvertrag angeben

Beim Kauf einer Eigentumswohnung kann man die Instandhaltungsrücklage der Eigentümergemeinschaft, die für mögliche Renovierungsarbeiten am Gebäude angespart wird, gesondert im Kaufvertrag ausweisen und so die Steuerlast reduzieren. Grundsätzlich gilt: Wer an der Grunderwerbssteuer sparen möchte, sollte sich unbedingt von seinem Steuerberater oder seiner Bank beraten lassen, damit die Kalkulation am Ende auch klappt und keine bösen Überraschungen drohen.

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