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Kündigungsgründe für den Vermieter

10Rechte und pflichten von eigentuemergemeinschaften

Liegt ein unbefristeter, schriftlicher Mietvertrag vor und verhält sich der Mieter vertragstreu, muss laut Paragraf 573, Absatz 1 bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ein sogenanntes berechtigtes Interesse bestehen, wenn der Vermieter das Mietverhältnis kündigen möchte. Im zweiten Absatz von Paragraf 573 werden drei wesentliche Gründe genannt, die ein Vermieter angeben kann, um einem Mieter fristgerecht zu kündigen. Grundsätzlich erfolgt eine fristgerechte Kündigung unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Frist. Außerdem wird sie immer in schriftlicher Form verfasst, handschriftlich unterschrieben und ausgesprochen an alle Mieter, die den jeweiligen Mietvertrag unterzeichnet haben.

  • Wirtschaftliche Verwertung

 

Durch das Mietverhältnis wird der Vermieter daran gehindert, das Grundstück angemessen wirtschaftlich zu verwerten, wodurch ihm finanzielle Nachteile entstehen. Muss die Immobilie zum Beispiel umfassend saniert werden, damit sie gewinnbringend vermietet werden kann, darf der Vermieter dem Mieter kündigen. Allerdings nur dann, wenn die Sanierung nicht durchgeführt werden kann, solange der Mieter darin wohnt.

  • Eigenbedarf

 

Meldet der Vermieter Eigenbedarf an, darf er dem Mieter fristgerecht kündigen. Dies liegt dann vor, wenn der Vermieter selbst oder eine Person aus seiner Familie oder seinem Haushalt, die vermietete Wohnimmobilie nutzen möchte, wie Eltern, Kinder, Enkel, Geschwister sowie Nichten und Neffen des Vermieters. Die Eigenbedarfskündigung muss zudem ordentlich begründet werden, damit sie wirksam ist. So muss der geltend gemachte Eigenbedarf nachgewiesen werden. Die Begründung ist beispielsweise dann nachvollziehbar, wenn der Vermieter aufgrund einer Scheidung aus seiner bisherigen Wohnung ausziehen muss.

Zu beachten ist jedoch, dass es unter bestimmten Bedingungen und in einigen Städten Sperrfristen gibt, die man als Vermieter beachten muss. So können Mietern in umgewandelten Wohnungen frühestens drei Jahren nach dem Erwerb die Kündigung wegen Eigenbedarf ausgesprochen werden. Außerdem können Bundesländer in bestimmten Gebieten die Sperrfrist per Verordnung auf bis zu zehn Jahre verlängern – so geschehen beispielsweise in Ballungsgebieten in Bayern und Nordrhein-Westfalen.

  • Vertragspflichtverletzung

 

Wenn der Mieter sich nicht an seine Vertragsauflagen hält, kann das ein Kündigungsgrund sein. Zu den Vertragspflichten gehören die regelmäßige, pünktliche und vollständige Zahlung der Miete und die Einhaltung der Hausordnung. Liegen langfristig Mietrückstände vor oder Verstöße gegen die Hausordnung, darf der Vermieter dem Mieter kündigen.

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