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Was die künftige Groko zum Thema Immobilien plant

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Modernisierungsumlage, Sonderabschreibungen und Baukindergeld: Im Entwurf des neuen Koalitionsvertrags von CDU/CSU und SPD sind einige Maßnahmen zum Thema Wohnen enthalten. Insgesamt will die Große Koalition, sofern sie zustande kommt, in den nächsten vier Jahren rund vier Milliarden Euro in verschiedene Projekte rund ums Thema Wohnen investieren. Ein wichtiger Schritt soll noch in diesem Jahr ein Wohngipfel werden, an dem Vertreter von Ländern, Kommunen, der Mieter- und Vermieterverbände, der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie von Gewerkschaften teilnehmen werden, um ein umfassendes Gesetzespaket „Wohnoffensive“ zu erarbeiten.

Unterstützung für zukünftige Wohneigentümer und Kapitalanleger

Die Baukosten und Preise für Immobilien sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Um den Anteil von Wohneigentümern in der Bevölkerung zu erhöhen und den Erwerb von Immobilien zu erleichtern, plant die Große Koalition einige Veränderungen.

Baukindergeld, KfW-Bürgschaftsprogramm und Grunderwerbssteuer

Familien, die zum ersten Mal Wohneigentum erwerben möchten, sollen mit einem Baukindergeld unterstützt werden. Dafür sollen Familien für eine Laufzeit von zehn Jahren pro Kind 1.200 Euro jährlich vom Staat bekommen, sofern sie nicht mehr als 75.000 Euro zu versteuernden Haushaltseinkommen erreichen. Dazu kommt noch ein Freibetrag von 15.000 Euro pro Kind. Darüber hinaus ist geplant, dass künftige Bauherren einen Anteil der Baukosten bzw. des Kaufpreises von selbstgenutztem Wohneigentum über ein neues KfW-Bürgschaftsprogramm mit einer Laufzeit von 20 Jahren absichern können, um weniger Eigenkapital aufbringen zu müssen. Zudem soll ein Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer beim erstmaligen Kauf von Wohngrundstücken für Familien geprüft werden.

Sonderabschreibung und Reform des Wohneigentumsrechts

Im Entwurf zum Koalitionsvertrag sind auch für den freifinanzierten Wohnungsneubau steuerliche Anreize vorgesehen. Für private Investoren, die eine Wohnung kaufen und sie anschließend vermieten, soll bis Ende 2021 eine befristete Sonderabschreibung eingeführt werden. Sie soll zusätzlich zur linearen Abschreibung über vier Jahre fünf Prozent pro Jahr betragen. Um Bestandsimmobilien schneller sanieren zu können und Beschlüsse von Eigentümergemeinschaften zu baulichen Maßnahmen – wie Barrierefreiheit und energetische Sanierungen – zu erleichtern, ist geplant, das Wohneigentumsrecht zu reformieren.

Baukosten senken durch weniger Vorschriften

Die bereits bestehende Baukostensenkungskommission des „Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen“ soll ihre Arbeit fortsetzen. Damit die Baukosten gesenkt werden können, sollen überflüssige Vorschriften auf den unterschiedlichsten Ebenen erkannt und abgeschafft werden.

 

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