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Was Vermieter über die Mietpreisbremse wissen sollten

Checkliste Wohnungskauf

Die Bundesregierung will den Anstieg der Mieten eindämmen und hat 2015 ein Gesetz zur Mietpreisbremse erlassen. Inzwischen gilt die Mietpreisbremse in fast allen Bundesländern. Seit 1. Juni 2015 können deshalb die Bundesländer Gebiete festlegen, in denen der Wohnungsmarkt als angespannt gilt. Danach dürfen die Mieten bei Neuvermietungen maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.

Ausnahmen bei der Mietpreisbremse

Wenn die Miete des Vormieters bereits mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete lag, darf sie auch in gleicher Höhe vom Nachmieter verlangt werden. Neubauten – also Wohnungen und Häuser, die erstmals nach dem 1. Oktober 2014 genutzt und vermietet wurden – sind von der Mietpreisbremse ausgenommen. Dies gilt auch für Objekte, die umfassend saniert wurden und eine Gleichstellung mit einem Neubau (wenn die Kosten etwa einem Drittel der Neubaukosten entsprechen) möglich ist. In diesem Fall dürfen bis zu elf Prozent der Modernisierungskosten auf den Mieter umgelegt werden.

Wie hoch ist die ortsübliche Vergleichsmiete?

Die meisten Städte und Gemeinden haben einen örtlichen Mietspiegel. Dieser gibt Auskunft über die Vergleichsmieten (Nettokaltmiete ohne Heiz- und Nebenkosten). Gibt es keinen offiziellen Mietspiegel, kann man vergleichbare statistische Erhebungen zu ortsüblichen Mieten in Vergleichsdatenbanken von Vermieter- und Mietverbänden finden.

Wo gilt die Mietpreisbremse?

Fast alle Bundesländer haben für die wichtigsten Städte die Mietpreisbremse eingeführt. Lediglich Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern sowie das Saarland haben sie bisher nicht eingeführt. Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein planen zurzeit (Stand Ende 2017) eine Abschaffung der Mietpreisbremse und in Bayern soll sie überarbeitet werden. Es ist davon auszugehen, dass eine neu gebildete Bundesregierung die Vorgaben zur Mietpreisbremse ändern wird, da die aktuelle Regelung von vielen als unzureichend angesehen wird.

Bestimmte Mietverträge erlauben ebenfalls eine Mietsteigerung

Schließen Mieter und Vermieter einen sogenannten Indexmietvertrag ab, wird die Miethöhe an den Verbraucherpreisindex und somit an die Inflation gekoppelt. Steigt zum Beispiel die ortsübliche Vergleichsmiete nicht, aber der Verbraucherpreisindex schon, kann der Vermieter in entsprechender Höhe die Miete erhöhen. Der Staffelmietvertrag ist eine weitere Möglichkeit, wie man auf unkomplizierte Weise die Mieten steigern kann. In dieser Vertragsvariante wird von vornherein festgelegt, in welcher Höhe – bis zur maximalen Zehn-Prozent-Grenze – die Miete jährlich steigt.

 

 

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